Heute aus dem Bereich: Klassische Homöopathie
Die hier aufgeführten Informationen stammen aus Leistens Buch "Homöopathie-Therapeutikum":
Stellung der Homöopathie innerhalb der Gesamtmedizin
Die klassische Homöopathie leitet sich vom griechischen „homoion pathos“ her, was so viel heißt wie „ähnliches Leiden“. Sie ist eine Regulationstherapie, deren energetischen Arzneien heilend in die Steuerung der Körperabläufe eingreifen.
Dabei werden nicht nur die Symptome behoben, die beim Patienten im Vordergrund stehen, sondern es schließt den ganzen Körper mit ein (Psyche / Soma / Ratio – Gemüt, Wesen / Körper / Geist). Sie ist eine individuelle Therapie. Jede Verordnung einer Arznei richtet sich nach dem individuellen „Jetzt-Zustand“ des Patienten, sprich nach der individuellen Ausformung seiner Beschwerde.
Die Allopathie hingegen ist eine Reiztherapie, die immer nur einen Einfluss oder eine Wirkung auf den Organismus hat, aber nicht die pathologische „Fehlsteuerung“ im Körper umwandeln transformieren kann. Hier erfolgt eine Medikamentenverordnung nur nach dem Namen der Krankheit und nicht nach der individuellen Ausformung.
Zu der Allopathie zählen alle Therapieformen, die auf materieller Ebene ihren Ansatzpunkt haben, z. B. Schulmedizin, Naturheilkunde sowie große Teile der chinesischen Medizin.
Grundprinzip der Homöopathie
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Therapiesystemen ist, dass in der Allopathie mit „Gegensätzlichem“ behandelt wird, in der Homöopathie hingegen wird das Leiden mit „Ähnlichem“ therapiert. D.h. es wird in der Homöopathie ein Heilmittel gegeben, das die Kraft hatte, einen Gesunden in dieselbe Richtung möglichst ähnlich zu stören, wie die ursprüngliche Krankheit es tut. Dieses Arzneimittel hat jetzt die beste Kraft und den besten Bezug diese natürliche Krankheit aufzuheben, da es seine Wirkkraft in der Arzneimittelprüfung bewiesen hat. Dieses Grundprinzip homöopathischen Therapierens wurde von Samuel Hahnemann selbst im Chinarinden –Versuch herausgefunden.
Homöopathie ---------------- Allopathie
Similia similibus curentur Contraria contrariis curentur
(Heile Ähnliches mit Ähnlichem) (Heile Gegensätzliches mit Gegensätzlichem)
In der Allopathie wird z. B. Bluthochdruck mit Antihypertonika (Bluthochdrucksenkenden Mitteln) behandelt, was zwar recht schnell die Beschwerde beseitigt, aber in letzter Konsequenz eben keine Heilung ist, sondern eben nur ein Zustand von Beschwerdefreiheit.
Grundverständnis von Krankheit und Heilung
Da es sich bei der Homöopathie um eine Informationstherapie handelt, gibt es für die Erklärung der Abläufe rund um Krankheit und Heilung einen treffenden Vergleich:
Stellen Sie sich einmal einen Computer vor. Sie haben eine Tastatur, einen Bildschirm, einen Rechner usw. Alles, was Sie von außen anfassen können, entspricht Ihrer Haut, sprich der äußeren Erscheinung.
Wenn Sie den Computer jetzt aufschrauben, finden Sie jede Menge Platinen, Schrauben, Kabel und Drähte. Genauso braucht auch der Körper seine inneren Organe, wie z. B. Herz, Leber, Lunge. Aber es fehlt noch eine wichtige Komponente in unserem Computerbild – das Betriebssystem.
Ohne z.B. Windows oder Linux funktioniert nun mal nichts… Aber haben Sie schon einmal versucht, das Betriebssystem auf Ihrem PC zu sehen? Sie können den Computer noch so auseinander schrauben, außer den Platinen, Kabeln und Schrauben finden Sie nichts. Es ist nicht zu sehen.
Ähnlich ist es beim Menschen, alles funktioniert, aber irgendwer / irgendwas muss das steuern. Die Homöopathie merkt, dass wir, ähnlich wie ein Computer, materielle Bestandteile haben. Damit aber alles miteinander funktioniert, muss es eine Steuerung geben, die auf informelle Weise arbeitet und alles aufeinander abstimmt. Dies entspräche dem Betriebssystem. Wenn sich in dieses ein Fehler bei der Herstellung
(ererbter chronischer Schwachpunkt oder Fehler) oder in Form eines Virus (erworbener chronischer Schwachpunkt oder Fehler) eingeschlichen hat, dann wird der Computer nicht mehr völlig korrekt arbeiten und es treten Störungen
( Krankheiten) auf.
Eine Krankheit entspräche dann der Gesamtheit der Fehler, die von der Störung im Betriebssystem verursacht werden. Die Krankheitssymptome wären nunmehr die auf dem Bildschirm sichtbaren Erscheinungen. Diese Störung kann sich beim Menschen z. B. in Form von Neurodermitis und anderen chronischen Krankheiten zeigen. Nehmen Sie jetzt eine Salbe zur Bekämpfung der Neurodermitis, dann ist das gleichzusetzen mit Tipp-Ex, das Sie auf dem Computerbildschirm einfach auftragen. Den Fehler sehen Sie jetzt erst einmal nicht mehr, aber die verursachende Störung im Betriebssystem ist damit nicht behoben. Leider beschäftigen sich die allopathischen Ärzte und zum Teil auch die Naturmedizin nur mit den sichtbaren Fehlern auf dem Bildschirm und den dabei im Inneren ablaufenden Vorgängen. Nicht aber mit deren ursächlichen Anfängen im Steuerungsbereich. Die Störung wird einfach übermalt, damit Sie die Beschwerden nicht mehr sehen. Doch die Ursache, warum der Körper eine Krankheit zeigt, wird nicht behoben.
Dies hat zwei Nachteile: Zum einen ist die Ursache noch nicht beseitigt, d. h. der Computer arbeitet weiterhin falsch und da man mit unvollkommenen sichtbaren Vorgaben arbeiten muss, wird man immer schlechtere Arbeitsergebnisse erzielen. Zum anderen merkt die Homöopathie häufig, dass sich aus solcher Vorgehensweise langfristig eine Verschlimmerung der ursprünglichen Beschwerden einstellt, d.h. das diese Krankheit eigentlich eine Art Entlastungsübel des lebenden Organismus darstellte, die sich aber durch die allopathische Unterdrückung nicht ausleben durfte. Stattdessen arbeitet die Krankheitstendenz in Folge der Unterdrückung an schwereren Krankheiten, die dann eben zu späteren Zeiten erscheinen.
Es ergibt sich der Schluss, dass eine Therapieform, die den Ursachen der Krankheit Rechnung tragen will, eine Informationstherapie sein muss, die in der Steuerung des Systems ansetzt. Dies trifft vor allem auf die Klassische Homöopathie zu. So bedeutet eine klassische homöopathische Behandlung, dass der Therapeut im Rahmen der Anamnese alle Fehler, die unter der Betriebssystemsstörung je auftraten, sammelt, des weiteren nach der Firma (= genetische Familienprägung) fragt, um die Schwächen, die von Werk aus bestehen (= angeborene Krankheitstendenz) zu erheben. Aus diesen Informationen zieht er die entsprechenden Rückschlüsse über die Art der Störung im Steuerungsprogramm. Die therapeutische Konsequenz ist der von ihm favorisierte Umprogrammierungsbefehl, der in Form des entsprechenden homöopathischen Mittels eingegeben wird.
Nun wird wiederum auf den Bildschirm geschaut, ob der Umprogrammierungsbefehl passend war und das Programm wieder richtig arbeitet. D. h. die sichtbaren Fehlererscheinungen und ihre Veränderungen auf dem Bildschirm sind in der Klassischen Homöopathie die Kontrollmomente des Heilungsverlaufs. Anders als die Allopathie, die mit ihren Medikamenten nur Beschwerdefreiheit schafft, kann die Klassische Homöopathie somit die Ursachen beseitigen und deshalb chronische Krankheiten heilen.
Mit diesem Bild lässt sich aber auch die wichtige Begrenzung der klassischen Homöopathie nachvollziehen, dass immer nur das jeweilige richtige Mittel die gewünschten Umprogrammierungsvorgänge bewirkt. Einem ähnlich wirkenden Homöopathika, das nicht genau die Form der Störung darstellt, dem wird vom Computer (Organismus) der Zugang in die Steuerungseinheit nicht gewährt. Es tut sich nichts!
Dies steht leider genau im Gegensatz zu der Allopathie, deren großer Vorteil in dem hohen Maß an wahrnehmbarer Linderung liegt. So bekommt man z. B. für Neurodermitis eine Salbe, die tausende andere Betroffene auch für diese Beschwerde verwenden, ungeachtet dessen, wie sich die Krankheit bei jedem von ihnen individuell ausformt und entwickelt hat. Sie werden mit dieser Anwendung vielleicht einige Jahre Erleichterung erreichen oder merken zum Teil gar nichts von ihrem Leiden. Doch die allopathischen Behandlungen sind immer nur „Unterdrückungen“. Es ist festzuhalten, dass diese Behandlungen nur Beschwerdefreiheit, nicht Heilung sind. Die Homöopathie erlebt diese Maßnahmen sogar oft als Unterdrückungen, die eine schlimmere Krankheitsentwicklung nach sich ziehen. So ist es nicht selten, dass Neurodermitiker unter allopathischer Therapie z. B. spastische Bronchitis, Asthma oder Allergien entwickeln.
Die Konsequenz, die sich aus dem Bisherigen ergibt, ist, dass früher oder später jeder Mensch einmal eine sogenannte homöopathische Konstitutionskur durchführen sollte, um den Teufelskreis von Kranksein und Unterdrückung zu durchbrechen.
Grundsätzliches zu den Mitteln
Herstellung
Bei der Herstellung der Arzneien werden verschiedene Grundstoffe verwendet. Diese Stoffe kommen z. B. aus dem Reich der Pflanzen, Tiere und Mineralien, aber auch Nosoden (aus Krankheitsprodukten gewonnene Stoffe) oder chemisch hergestellte Produkte finden Verwendung. Diese Ausgangsstoffe sind Grundlage für die vielen Arzneimittel, aus denen entweder Tinkturen, Essenzen oder Lösungen bzw. Globulis bereitet werden. Die Herstellung ist gesetzlich geregelt und festgelegt, sowie international genormt.
Potenzierung
Die Potenzierung einer Arznei ist in der Homöopathie der wohl wichtigste Teil und hebt sich hier grundlegend von der Herstellung anderer Medikamente ab. Durch das Verdünnen und Verschütteln der Arzneien wird eine Minimierung der ursprünglichen Dosis des Ausgangsstoffes erreicht, gleichzeitig aber eine Steigerung der Wirksamkeit erzielt (verschütteln = Reibung der Moleküle aneinander = kinetische Energie = Steigerung der Wirkkraft). Durch jeden weiteren Schritt der Potenzierung wird deshalb die Ursprungssubstanz immer weniger, die Energie des Mittels steigt aber stetig an. Deshalb können auch giftige Stoffe wie z. B. Schlangengifte, die nach homöopathischen Grundregeln zubereitet wurden, ab einer bestimmten und festgelegten Potenz ohne Bedenken eingesetzt werden, sofern es für das Krankheitsbild notwendig ist. Durch die verschiedenen Potenzarten (D, C, LM/Q) wird die Höhe der Verdünnung angegeben und dadurch eine andere Dimension der Mittelwirkung erschlossen.
Beispiel:
D-Potenzen leiten sich von der Dezimalskala ab (Decem steht für 10)
1 Teil Ausgangsstoff + 9 Teile Trägerstoff = D1 (Mischungsverhältnis 1:10)
1 Teil D1 + 9 Teile Trägerstoff = D2 (Mischungsverhältnis 1:100)
1 Teil D2 + 9 Teile Trägerstoff = D3 (Mischungsverhältnis 1:1000)usw.Sie sind in der Regel dadurch organotrop (= gewebebezogen). Es wird z. B. Pulsatilla D6 aufgrund des noch nicht so weit vorangeschrittenen Potenzierungsprozesses eher materiell und lokal wirken, so dass eine Wirkung bei Mittelohrentzündung verschiedener Ausformungen von verschiedenen Menschen erzielt werden kann,
aufgrund des großen Bezugs der Kuhschelle (Pusatilla) in der Pyhtotherapie zum Ohr . Der Schwerpunkt des Einsatzes der D-Potenzen liegt deshalb bei organotropen Anwendungen sowie bei akuten und subakuten Erkrankungen.
Die C-Potenzen leiten sich von Centesimalskala (Centum steht für 100) ab und werden deshalb bei jedem Schritt der Potenzierung mit 99 Teilen Trägerstoff verdünnt und verschüttelt.
1 Teil Ausgangsstoff + 99 Teile Trägerstoff = C1 (Mischungsverhältnis 1:100)
1 Teil C1 + 99 Teile Trägerstoff = C2 (Mischungsverhältnis 1:10000)usw.Sie sind in der Regel funktiotrop (= Ablaufs- und Zustandsbezogen). Es wird z. B. Pulsatilla C30 aufgrund des fortgeschritteneren Potenzierungsprozesses schon informeller wirken, so dass nunmehr die Mittelohrentzündung genau in der Pulsatilla-Ausformung (z. B. besser durch Wärme) bestehen muss, damit dieses Homöopathika seine spezifische Heilung bewirken kann. Der Schwerpunkt des Einsatzes der C-Potenzen liegt bei akuten bis subakuten (C1 bis C200) bis zu chronischen Krankheiten (C200 bis C1.000.000).
LM-Potenzen werden auch Q-Potenzen genannt, weil sie sich von quinquaginta milia (= 50.000) ableiten. Diese dem ausgebildeten Homöopathen vorbehaltenen Arzneimittel sind in der Regel personotrop (= Person- und Konstitutionsbezogen). Es wird z. B. Pulsatilla LM 18 aufgrund seines sehr höchst vorangeschrittenen Potenzierungsprozesses rein informell wirken, so dass es auf die Gesamttendenz zur Mittelohrentzündung heilend einwirkt und manchmal eine Pusatilla Art des Gemüts und Geistes auch beim Patienten feststellen lassen. Der Schwerpunkt des Einsatzes der LM-Potenzen liegt deshalb im Einsatz bei chronischen und einseitigen Krankheiten mit personotrober Ausformung.
Darreichungsform
Die homöopathischen Mittel gibt es in vier verschiedenen Darreichungsformen
Dil. = Dilutio = Lösung
Glob. = Globuli = Streukügelchen
Tabl. = Tabuletta = Tablette
Trit. = Trituratio = Verreibung
Am häufigsten werden die Globulis verwendet, weil die Dosierung gut abgestimmt werden kann und auch Kinder die Arznei in dieser Form meist ohne Probleme annehmen. Sollte jedoch ein Mittel in der gewöhnlichen Form nicht vorrätig sein und Sie z. B. nur Tabletten anstelle von Globulis in der Apotheke erhalten, schrecken Sie bitte nicht davor zurück, das Mittel in der anderen Darreichungsform zu verwenden. Die Wirkung der Arznei hängt hauptsächlich von der richtigen Mittelwahl ab, und nicht ob Sie als Tropfen, Globulis oder Tabletten gegeben werden.
Gabenlehre
Hierunter versteht man die Lehre der Verordnung und Verabreichung von Homöopathika. Grundsätzlich versteht man unter einer Gabe folgendes:
1 Gabe = 2 – 15 Tropfen (Dil.)
= 1 – 7 Globuli (Glob.)
= 1 Tablette (Tabl.)
= 1 Messerspitze (Trit.)
Mit diesem Gabeschlüssel können Sie nun jede Darreichungsform, die Sie bekommen, einsetzen.
Eine Verabreichung hängt von drei Voraussetzungen ab:
1. Als Grundvoraussetzung für einen Therapieerfolg ist es notwendig, das richtige Mittel (= Similimum) zu finden und zu geben.
2. Die nächste Voraussetzung ist die Wahl der passenden Potenz. Sie bestimmt die Wirkkraft des richtigen Mittels in der Auseinandersetzung mit der Krankheitskraft.
3. Wie oft dieses Mittel und wie viel davon (Dosierung) gegeben werden muss, damit die Heilung vollendet wird, ist die letzte Voraussetzung, die erfüllt sein muss.
Dies veranschaulicht ein weiteres Erklärungsbild:
Wenn Sie sich ein Kind vorstellen, das gerade vom Wickeltisch gefallen ist, dann ist es ein großes Sonnwendfeuer, das plötzlich und heftig in die Höhe schießt. Dieser Zustand hat einen sehr schnellen Charakter, im Gegensatz zu einer schon länger bestehenden Krankheit, die chronisch ist und sich mal stärker oder schwächer ausgeprägt zeigt. Die chronische Krankheit hat einen trägen Charakter, wie z. B. ein Kartoffelfeuer, das immer wieder einmal auflodert und mit wenig Kraft sich langsam ausbreitet.
Angenommen, Sie haben eine D12 zur Verfügung. Stellen Sie sich vor, dass „D“ für den Druck steht, mit dem das Wasser aus dem Schlauch gespritzt wird. Die 12 steht für die Wassermenge (z. B. 12 Liter), die aus dem Schlauch kommt. Und mit der Anzahl der Globuli, die Sie geben, bestimmen Sie die Menge der Wasserpumpen, die Sie aufstellen, um das Feuer zu löschen.
Wenn Sie sich jetzt noch einmal das große Sonnwendfeuer vorstellen, dann werden 12 Liter Wasser wohl kaum reichen, um diesem Zustand gerecht zu werden. In diesem Fall wirkt z. B. eine C30 besser, weil Sie erstens mehr Druck (= Energie) haben, und zweitens eine größere Menge Wasser auf einmal in das Feuer schütten. Haben Sie aber nur eine D12 oder eine andere Potenz zur Hand, dann müssen Sie eben die Einnahmeabstände an diesen Zustand anpassen (z. B. alle 5 oder 10 Minuten 5 Globuli einer D12). Sobald sich das Befinden des Patienten bessert, können auch die Abstände der Einnahme wieder vergrößert werden. Jede Verabreichung eines homöopathischen Mittels muss individuell an den gegebenen Zustand angepasst werden.
Trotz dieser notwendigen individuellen Vorgehens- und Verordnungsweise ist hier eine Anleitung, die als einigermaßen richtungsweisend angesehen werden kann:
D6 – D12: Abhängig von der Krankheitsstärke und dem Heilungsverlauf -
3 x täglich 4 Globuli.
D13- D200: Mit zunehmender Potenz nimmt man nur einmal 1-4 Globuli und beobachtet den Fallverlauf. Es sollte eine baldige Besserung eintreten.
Die erneute Einnahme sollte erst bei nachlassender Besserung der Beschwerde erfolgen. Bei einer akuten oder leichten Erkrankung kann oft schon eine einmalige Gabe zu im Ausheilen ausreichen.
C1 – C30: Siehe D13- D200
C30-C1000 000, sowie LM- Potenzen sollten wegen möglicher großer Arzneiwirkung und dem Auslösen verschiedener Prozesse auf dem Weg der Ausheilung dem ausgebildeten Homöopathen vorbehalten bleiben.
Anamneseanleitung
Die Anamnese ist das Instrument der Homöopathie mit dem man sich die Informationen erschließt , die zur Arzneimittelwahl, benötigt werden.
Sie ist quasi die Diagnosemethode des homöopathisch arbeitenden Behandlers.Bei einer Anamnese ist es wichtig, den Patienten erst einmal von sich aus reden zu lassen (Spontanbericht). Gewöhnlich wird der Patient erst das nennen, was ihn am meisten belastet oder Beschwerden bereitet. Zudem kann man vielleicht schon an seiner Haltung, seiner Gesichtsfarbe, Ausdünstungen oder anderen äußeren Erscheinungen ein paar Veränderungen bemerken, die man sich notieren sollte und die für die Mittelwahl wichtig sein können.
Daran schließt sich der Gelenkte Bericht anBei einem gelenkten Bericht werden gezielte Fragen an den Patienten gerichtet. Sie werden schnell bemerken, dass Sie durch ein paar einfache Fragen noch einige wichtige Symptome herausfinden.Wodurch? Warum? Auslösender Faktor der Erkrankung?
(z. B. Folge von Verletzung, Ärger, Erkältung)Wo? Ort der Krankheitserscheinungen, des Schmerzes
(z. B. Schmerzen im Bein)
Was? Wie? Art der Krankheitserscheinungen, der Empfindung, des Schmerzes
(z. B. Geschwür der Schleimhaut mit brennendem Schmerz)
Wann? Wodurch besser/schlimmer? Zeit und / oder Bedingung der Besserung oder Verschlechterung des Zustandes
(z. B. durch Kälte werden Schmerzen schlimmer; Beschwerden treten vorwiegend vormittags auf)
Welche Begleiterscheinungen?
(z. B. starke Heiserkeit bei katarrhalischem Infekt, auffällige, ungewohnte Schwermut nachts; das Ganze begleitet von einem eigenartigen Schmerz am rechten Stirnhöcker)
Sie können nun mit diesen fünf Fragen jedes Symptom des Patienten, das er im Spontanbericht genannt hat, vervollständigen.
Anschließend ist es noch sinnvoll, von Kopf zu Fuß die einzelnen Körperteile und -bereiche durchzugehen; es werden bestimmt noch ein paar unbemerkte und eventuell auch ungewöhnliche Symptome zum Vorschein kommen. Bitte vergessen Sie auch nicht das Gemüt sowie den Schlaf und die Träume. Auch diese Bereiche können äußerst wichtig in Bezug auf die richtige Mittelwahl sein.
Mit ein bisschen Übung werden Sie so sensibilisiert sein, dass Sie automatisch alle Fragen nach der Reihe abklären.
Tipp:
Verwenden Sie bei der Fragestellung niemals manipulierende Fragen (z. B. ‚Ist der Schmerz brennend?’). Wenn Sie bereits eine Sensation (hier: ‚brennend’) vorgeben, ist der Patient dazu geneigt, diese Frage zu bejahen, ohne näher darüber nachzudenken. Sie sollten sich deshalb eine offene Fragestellung angewöhnen (z. B. ‚Wie fühlt sich der Schmerz an?’). Erst wenn der Patient nach längerem Überlegen keine Antwort darauf weiß, machen Sie Vorschläge; aber immer mehrere auf einmal, damit er über seine Beschwerde oder Erkrankung nochmals gründlich nachdenken muss (z. B. ‚Ist der Schmerz brennend, schneidend, stechend, pulsierend, dumpf usw.’).
Symptomenbeurteilung und Mittelsuche
Wenn Sie nun ein vollständiges Symptom durch Spontanbericht und gelenkten Bericht haben, können Sie die Erscheinungen nach ihrer Wichtigkeit einteilen.
Grundsätzlich ist alles Ungewöhnliche, Sonderbare und Eigene für das jeweilige Beschwerdebild als sehr hoch zu bewerten (= Leitsymptom / Schlüsselsymptom). Alles Gewöhnliche hingegen spielt nur eine untergeordnete Rolle (= Kontrollsymptom). Wenn Sie aber nichts Ungewöhnliches vorliegen haben, dann gehen Sie eben mit den vorhandenen gewöhnlichen Symptomen auf Mittelsuche. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das richtige Mittel auswählen, kann dann zwar etwas verringert sein, das sollte Sie aber in keinem Fall davor abschrecken, ein ausgesuchtes Mittel auch anzuwenden.Um die Symptome leichter in
Ungewöhnlich und Gewöhnlich einteilen zu können, stellen Sie sich einfach selbst immer die Fragen: ‚Ist es nachvollziehbar, wie der Patient sich fühlt? Fühlt und erlebt sich jeder so, der diese Krankheit hat?`
Wenn ja, dann ist es eher ein gewöhnlicher Zustand, wenn nicht, sollten Sie auf diese Erscheinung besonderes Augenmerk legen.
Anschließend lesen Sie im Kapitel „Indikationen“ bei der entsprechenden Beschwerde / Erkrankung die Ausformung des Zustandes unter dem jeweiligen Mittel nach. Hier können Sie schon eine kleine Vorauswahl an Arzneien treffen, die für Sie in Frage kommen. Abschließend sollten Sie unter dem Kapitel „Materia Medica“ sich noch einmal in das komplette Arzneimittelbild vertiefen. Oft fällt die Entscheidung erst aufgrund der Gesamtausformung (für sehr interessierte Laien empfiehlt es sich, eine größere Materia Medica zur Hand zu haben. Hier können die Arzneimittelbilder noch ausführlicher nachgelesen werden).
Hinweis:
In der Homöopathie wird aufgrund der größtmöglichen Übereinstimmung des Arzneimittelbildes mit den Symptomen des Patienten ein Mittel verordnet. Das heißt, dass Sie niemals eine absolute Übereinstimmung finden werden. Bitte lassen Sie sich dadurch von Ihrer Verordnung nicht abbringen. (Siehe auch „Grundlagen der Verordnung und Dosierung“, S. )
Grundlagen der Verordnung und Dosierung
Verordnung
Als Grundlage der Verordnung ist immer die größtmögliche Übereinstimmung von Arzneimittelbild mit den Symptomen des Patienten anzusehen. Ein ungewöhnliches Symptom (Leitsymptom) ist als besonders wichtig einzustufen, allein auf dieser Grundlage ist es aber noch längst nicht gerechtfertigt, eine Arznei zu verordnen. Erst wenn mehrere Erscheinungen zu dem Arzneimittelbild passen, kommt eine Verordnung des ausgewählten Mittels in Betracht. Dabei sind auch die gewöhnlichen Symptome wichtig, sie dienen hier als Kontrollsymptome (das Mittel sollte auch gewöhnliche Symptome mit einschließen).
Hinweis:
Bitte warten Sie während Ihrer Mittelsuche nicht darauf, eine Arznei mit der absoluten Übereinstimmung von Arzneimittelbild und den Symptomen des Patienten zu finden. Sie werden niemals eine völlige Übereinstimmung finden!! Die Verordnung eines Mittels richtet sich immer nach der größtmöglichen Übereinstimmung.
Grundlagen der Dosierung
Die Dosierung richtet sich immer individuell nach dem vorliegenden Krankheitsgeschehen und –verlauf (zum allgemeinen Verständnis lesen Sie bitte auch noch mal „Grundsätzliches zu den Mitteln => Charakter“, S. ).
Wenn ein heftiges Krankheitsgeschehen vorliegt (wie beim Fall vom Wickeltisch), kann es durchaus einmal nötig sein, die ausgewählte Arznei in 5 oder 10 minütigem Abstand zu geben. Verläuft jedoch die Erkrankung langsam (denken Sie an das Kartoffelfeuer), dann kann auch eventuell eine einzige Gabe pro Tag schon den erwarteten Erfolg bringen. Bitte verlassen Sie sich in dieser Sache mehr auf Ihr
Verständnis, das Sie durch die Ausführungen gewinnen konnten und auf Ihre direkte Fallbeobachtung und lassen Sie von pauschalen vorgeschriebenen Dosierungsanleitungen los, wie sie manchmal in Hausapothekenbüchern angegeben sind.
Noch einmal, Sie sollten aber jede Gabe eines Arzneimittels auswirken lassen. Das heißt, wenn sich der Zustand weiter bessert, können die Einnahmeabstände vergrößert werden. Bleibt der Zustand jedoch gleich oder verschlechtert sich gar wieder, dann sollten Sie die Arznei wieder geben oder erneut ausführlich beobachten, befragen und eine neue Arzneimittelverordnung oder auch das Aufsuchen Ihres Therapeuten erwägen.
Grundlagen der Einnahme
Die homöopathischen Arzneimittel bekommt man rezeptfrei, aber apothekenpflichtig in der Apotheke - deshalb z. B. nicht im Reformhaus oder Versandhandel.
Häufig müssen Apotheken die Mittel erst bestellen, so dass es manchmal nicht gleich möglich ist, die Behandlung in einem günstigeren frühen Krankheitsstadium zu beginnen. Von daher ist es oft ratsam sich eine Therapeutische Apotheke, wie auf S aufgeführt, zuzulegen.
Die Homöopathika werden über die Schleimhäute aufgenommen und in aller Regel im Mund und unter der Zunge zergehen gelassen.
Für eine optimale Wirkung sollte mindestens fünf bis zehn Minuten nichts weiteres vorher und nachher gegessen und getrunken werden.
Das Phänomen, dass in der Regel nur das richtige Mittel den gewünschten Heilungsprozess bewirkt, hat aber andererseits zur Folge, dass es nicht das falsche Mittel gibt, welches was ….., kaputt, schlimmer machen kann, sondern es gibt eigentlich nur das nicht Richtige, welches einfach nichts bewirkt. Auch wenn es in anderen Büchern Angst machend manchmal anders benannt wird, so ist es fast immer so. Fast immer, denn einmal ist mir in meiner langjährigen Praxis etwas passiert, was meiner Meinung nach genau beschreibt, wie es sich verhält.
Ich erkläre jedem neuen Patienten dieses Phänomen des nicht Richtigen/Falschen damit, dass ich unwillkürlich auf meiner Computertastatur herumdrücke, während meine homöopathische Fachsoftware im Hintergrund läuft. Nie ist etwas passiert, dies war hunderte, ja tausende Male der Fall. Eines Tages war es dann soweit: Ich erklärte es, hämmerte auf meine Tastatur und plötzlich, auf einmal war es passiert… Es muss wohl eine Informationskette durch Zufall gedrückt worden sein, die Zugang zu der Informationsebene meines Homöopathieprogramms fand und nunmehr ist seit diesem Tage auf der Startseite meines Homöopathie-Fachcomputerprogramms immer ein roter Großbuchstabe zu sehen – mittendrin. Zwei Dinge sind mir seit dem klar und werden mir täglich somit vor Augen geführt:
Das Phänomen, dass das nicht richtige Mittel, wenn es gegeben wird, zum falschen Mittel wird, ist sehr, sehr selten, aber eben nicht unmöglich. Aber viele Homöopathie-Lehrer und Lehrbücher kommen mir vor, als ob der Vertreter einer Computerfirma einen Neuling im Umgang mit dem PC schulte. Durch diese Ausnahmeextremfälle, die in der Störung entstehen können und in der Schulung gelehrt werden, wird Angst geschürt. Die Angst führt dazu, dass man sich die tausend einfachen oder guten und positiven Funktionen und Anwendungen nicht mehr traut anzuwenden und zu nutzen. Hahnemann hat recht, wenn er im ‚Organon der Heilkunst’ schreibt, dass ein homöopathisch, sprich energetisch verstörter Fall nicht mehr zu heilen sei, denn diesen Fehler in meinem Personalcomputer, den bekommt man nicht mehr heraus, während man eine Elektrode oder Platine sehr wohl und leicht austauschen, sprich reparieren kann.
Wie gesagt, es gibt zum einen keine falschen Mittel in der Homöopathie, aber zum anderen verhält es sich auch so, das es keine verloren gegangenen Mittel gibt, d. h. wenn jemand im Sulphur-Zustand ist und er bekommt von seinem Homöopathen
3 Globuli Pulsatilla in der C1000, dann geht der Pulsatilla - Befehl nicht in die Steuerung (Betriebssystem) dieses Computers (Organismus), aber er ist trotzdem auf dem PC aufgespielt, ähnlich wie ein Computer-Virus-Programm, das da ist, mitläuft, aber den Computer in seinen Grundreaktionsweisen nicht verändert. Dieses Vorhandensein des Pulsatilla-Zustandes ist so lange, wie die C1000 ihre durchschnittliche Wirkungsdauer hat.
Kommt der Organismus jetzt in dieser Phase in einen Pulsatilla-Zustand, z.B. weil die Umstände in seinem Leben ihn dazu bringen, dann würde dieser pathologische Zustand sich nicht oder nicht so stark entwickeln, da die Heilwirkung der Arzneimittelgabe der Krankheitskraft entgegenwirkt.
Dieses Phänomen macht man sich auch bei der homöopathischen Impfung sowie bei der homöopathischen Impfprophylaxe zu Nutzen.
Manchmal rufen ganz aufgeregte Mütter an, dass ihr Jüngster, weil er es bei seinem großen Bruder gesehen hat, jetzt auch mal so Kügelchen haben wollte und ein ganzes Fläschchen Arnica D12 erwischt und alles auf einmal gegessen hat.
Muss sie jetzt mit ihm ins Krankenhaus fahren und ihm den Magen auspumpen lassen oder muss sie mit Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen rechnen?
Nein! Nichts davon!
Dies kommt aus einem materiellen Erfahrungshorizont und ist von daher verständlich, aber natürlich auf Homöopathie nicht anwendbar oder übertragbar, entweder das Mittel passt für diesen Organismus, dann wirkt es positiv für den Organismus in D12 eben einmal oder es passt nicht, dann wird lediglich die Bauchspeicheldrüse gefragt sein, denn durch die Globuli steigt der Blutzuckerspiegel und der Körper reagiert darauf in seiner Weise, aber ansonsten passiert nichts. Hier erkennt man, dass der energetische Charakter dieser Therapie noch nicht ganz verstanden oder verinnerlicht ist.
Es gibt manche Einnahmehinweise, auf die folgende Formulierung zutrifft: Nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch.
Mitteleinnahme nur mit Metalllöffel:
Es ist nicht ganz sicher, ob es nötig oder nicht nötig ist, einen Plastiklöffel zu verwenden. Ich glaube dass den meisten Mitteln und ihrer Wirksamkeit egal ist ob die Arznei mit einem Metall- oder Plastiklöffel geklebbert oder herumgerührt wird.
Silicea treibt Fremdkörper aus:
Ist eine kurze Aussage, die der Komplexität des Lebens und der Homöopathie nicht gerecht wird. Die Wahrheit ist wie folgt: wenn jemand in einem Silicea-Zustand ist oder ‚Herr Silicea’ ist und bekommt Silicea-Information, dann passiert nichts, denn die passende Information wird ja durch Heilung aufgebraucht. Zudem ist die Fremdkörperaustreibungsfähigkeit des Mittels Silicea eher ein Arzneimittelprüfungsaspekt, d.h. wenn ich diesen Aspekt nutzen wollte, dann muss man Silicea D3 – D6 ganz häufig geben um jemanden in den Arzneimittelprüfungszustand zu bringen und dann eitern alle Fremdkörper, die im Organismus sich befinden (Knochensplitter, Spirale, Nägel usw.)
Unverträglich oder sich feindlich zueinander verhaltende Mittel:
Wenn man sich intensiv mit Klassischer Homöopathie beschäftigt, liest man immer wieder, das es eine U n v e r e i n b a r k e i t zwischen zwei Arzneimitteln gibt, und zwar dann, w e n n S i n n o d e r N a t u r i h r e r p h y s i o -
p a t h o l o g i s c h e n S t ö r u n g e n a b w e i c h e n d o d e r g e g e n
s ä t z l i c h g e r i c h t e t s i n d. Es sei wie eine Disharmonie zwischen diesen Arzneimitteln. Eine Verschreibung dieser Abfolge sei zu unterlassen.
Da ist auch schon etwas dran, aber in einem anderen, als oft gelehrtem Sinne.
Es geht dabei nämlich weniger darum, bloß nicht diese Mittelfolge zu wählen, denn aufgrund dieser Reihenfolge der Arzneimittelgabe könnten angeblich Beschwerden oder ungute Folgen ausgelöst werden – nein, das nicht.
Aber wenn man die Arzneimittelbilder gut gelernt hat weis man, das diese Folge keinen Sinn macht, sich ausschließt und unnötig ist. In disem Falle sollte mann den Fall intensiver mit dem Arzneimittelbild vergleichen, denn dann wird sich herausstellen, das wenn überhaupt, doch nur eines dieser beiden Arzneimittel in Frage kommt.
So wäre es in etwa ein Zeichen schlechter Differenzierung, wollte man in ein und derselben Verordnung für ein und dasselbe Krankheitsbild gleichzeitig Alumina geben, wobei alles trocken ist, und Jaborandi, das in allen seinen Indikationen vermehrte Schweiß- und Speichelbildung aufweist – aber im direkten Sinne des Wortes „unvereinbar“ sind sie nicht, denn der Organismus reagiert, wenn dann ehe nur auf sein Simile.
Hier noch weitere Klarstellungen zu dieser These, dass zwei Medikamente unverträglich sein können und sogar L i s t e n solcher u n v e r e i n b a r e r M i t - t e l zusammengestellt und veröffentlicht ( siehe Literatur) wurden; dabei wurden die Verschiedenheit der allgemeinen oder lokalen Symptome zugrunde gelegt.
Das bedarf folgender Klarstellung:
Handelt es sich um 2 Konstitutionsmittel oder 2 Arzneien, die auf den Allgemeinzustand des Patienten wirken sollen, so macht der Gegensatz ihrer allgemeinen Modalitäten sie unvereinbar:
Beispielsweise kann, braucht und sollte man ein großes „kaltes Mittel“ aus eben diesem Grunde nicht zusammen geben mit einem Plethora-Mittel, dem es immer zu warm ist; also z. B Jod und Silicea zusammen in einer Verordnung, das wäre lächerlich;Ebenso sind Causticum und Phosphor ganz augenscheinlich unvereinbar im obigen Sinne. Causticum hat chronische Lähmungen und fortschreitende Schwächezustände und nichts von Kongestion, während für Phosphor die Kongestion gerade das Charakteristikum ist. Mit der gleichen Berechtigung aber könnte man sagen, Causticum sei unvereinbar mit allen anderen Kongestionsmitteln wie Lachesis, Sulfur, Aconit, Stramonium usw., usw.
Indessen muss bemerkt werden, dass innerhalb einer gewissen Grenze Heilmittel mit entgegengesetzten Modalitäten zwar nicht zusammen, aber nacheinander gegeben werden können, unter der ausdrücklichen Bedingung freilich, dass beide (das eine und das andere) durch eine ausreichende Ähnlichkeit als Similia angezeigt und erwiesen sind.
Dieser Fall läge vor, wenn etwa ein Patient vom Typ Petroleum (mit gewöhnlich trockener Haut) eine fieberhafte Merkur-Angina mit Schweißen bekäme. Es ist klar, dass man ihm zur Zeit der Angina Mercurius verordnen kann, später, nach dem Verschwinden der Angina, wenn der Patient wieder als Petroleum-Kranker mit Petrol-Beschwerden und trockener Haut käme, kann und muss ihm – dann allerdings allein - Petroleum verabreicht werden.
Ebenso verhält es sich mit einem Glonoin-Menschen, der einen sehr heftigen Aconit-Ausschlag bekommt. Dann muss man ihm Aconit geben und später, wenn Angst und Unruhe verschwunden sind und er wieder zum „Glonoin-Bild“ zurückgekehrt ist, muss man ihm dieses verordnen.
So sieht man den Fall eines Graphit-Menschen mit dem dazugehörigen Allgemeinzustand und den (verminderten) „Hypo“-Reaktionen nach übermäßigen Tafelfreuden die Verdauungsbeschwerden von Nux vomica aufweisen mit den entsprechenden „Hyper“-Reaktionen. Es wäre unlogisch, dem Patienten gleichzeitig Nux und Graphit zu geben; wir können jedoch vollkommen richtig zunächst Nux vomica und dann – nach dem Verschwinden der Nux-Symptome – wenn der Patient in seinem Allgemein- und Verdauungszustand – wieder wie vorher „hypo“-reagiert, auch Graphit als LM oder hohe C-Potenz verordnen, weil es breiter und tiefer indiziert ist.
„Das ist selbstverständlich!“ werden vielleicht einige sagen. „Wenn wir von unvereinbaren Mitteln sprechen meinen wir natürlich diejenigen, die nicht gleichzeitig zusammen gegeben werden dürfen.“
Gewiß versteht sich das von selbst; dennoch mußte es für die vielen Therapeuten, die auf dem Weg sind, sich mit der Homöopathie vertraut zu machen, doch noch einmal ausdrücklich gesagt werden, weil es ja missverständlich verstanden werden kann in dem Sinne, dass die klassisch unvereinbaren Arzneimittel „niemals zusammen oder im Wechsel verordnet werden dürfen“.
Noch eine andere Klarstellung muss hier gemacht werden; sie findet sich nirgendwo angegeben, ist aber in der Praxis sehr wichtig:
Sind 2 Mittel aufgrund gewisser gegensätzlicher Modalitäten angeblich unvereinbar, so können sie doch mit Berechtigung unbedenklich z u s a m m e n v e r o r d n e t werden, w e n n d i e s e M o d a l i t ä t e n nämlich i n v e r s c h i e d e n e n
B e r e i c h e n o d e r a n v e r s c h i e d e n e n O r g a n e n als
g e g e n s ä t z l i c h auftreten, derart, dass die Störungen in diesem Bereich dem einen Heilmittel, die in jenem Bereich oder Organ dem anderen Mittel Simillima sind.
Beispiele
Es heißt, Naja und Lachesis seien unverträglich, aber bitte nur noch im obigen Sinne. Das stimmt für einen Fall, der nur Herzbeschwerden aufweist; diese sind entweder den Herzbeschwerden von Lachesis simillima (entsprechend) oder denen von Naja. Man müßte sich also bei einem Patienten auf Grund seiner Herz- und Kreislaufbeschwerden für Lachesis oder für Naja entscheiden, könnte sie aber nicht beide verordnen.Dagegen könnte eine Patientin im Klimakterium mit typischen Lachesis-Beschwerden sehr wohl wenigstens zur Zeit Herzbeschwerden aufweisen, die Naja entsprechen. In diesem Falle könnte man gleichzeitig Lachesis ( für den Allgemeinzustand) und Naja für die Herzbeschwerden verordnen.Unvereinbar sind auch Actaea racemosa = Cimicifuga und Lachesis hinsichtlich ihrer Beschwerden an Kreislauf, Uterus oder Ovarien; das erste hat deutliche Verschlimmerung zur Zeit der Regel, das andere ebenso deutliche Besserung durch sie; aber die beiden sind es keineswegs in anderen Bereichen, in denen diese entgegengesetzten Modalitäten nicht mit im Spiele sind. So behandle ich gerade jetzt eine Frau wegen präklimakterischer Beschwerden, die zweifellos Lachesis verlangten (Besserung durch die Regel) und in gleicher Weise Actaea = Cimicifuga wegen Nackenschmerzen an Wirbeln und Muskeln (wobei die Verschlimmerung durch die Regel nicht notwendigerweise eine Rolle spielt). Sie konnten hier also zusammen verordnet werden, und zwar Actaea (lokale Beschwerden) in der D 10, Lachesis indessen (allgemeine Beschwerden) in höherer Potenz.In der Sprechstunde erscheint eine junge Frau wegen eines Präcordialschmerzes mit den Bryonia-Modalitäten: Verschlimmerung durch Bewegung und Besserung durch Druck. Das übrige Allgemeinbefinden ist Pulsatilla, auch der Gemütszustand; die Periode ist spärlich, es besteht kein Durst. Sie müßte also Pulsatilla und Bryonia erhalten. Aber, könnte man einwenden – „Bryonia und Pulsatilla sind doch unvereinbar, das eine hat lebhaften Durst, das andere nicht!“ Dieser Einwand indessen ist nur dann richtig und macht die beiden Mittel nur dann unvereinbar, wenn der Durst im Krankheitsbilde mit im Spiel ist (d. h. bei akuten fieberhaften Infektionen, akuten oder chronischen Verdauungsbeschwerden usw.).Hier Hier ist das nicht der Fall; Bryonia bleibt im Bereich eines Präcordialschmerzes, wo der Durst keinen Grund zum Erscheinen hat; Pulsatilla ist angezeigt durch die allgemeine Konstitution der Patientin, ihrem Gemütszustand und die Oligo-menorrhoe.
Man Es darf also in diesem Falle bei dieser Sachlage Bryonia in mittlerer Potenz zusammen verordnen mit Pulsatilla in ziemlich hoher Dosis verordnet werden.
Für die Praxis ist es zwecklos, sein Gedächtnis mit einer Liste von unvereinbaren Mitteln zu belasten, sofern man nur aufgrund der Ähnlichkeit von Krankheitssymptomen und Arzneiwirkung verordnet. Die bloße Tatsache, dass die Mittel in ihren Wirkungen und Beschwerden verschiedenartiger oder entgegengesetzter Natur sind, macht es ihm sowieso unmöglich, solche heterogenen Mittel auch nur zusammen zu denken.
Das gleiche gilt für die Mittel, die ein und derselben Störung entsprechen, dabei aber verschiedene Modalitäten oder Symptome haben: Beim Aufsuchen der Symptomenähnlichkeit wird von selbst eines als Simillimum zurückbleiben, wobei die anderen wegfallen.
W i r k l i c h e S i m i l l i m a s i n d u n t e r s i c h n i e m a l s u n v e r e i n-
b a r, und wenn ein Kranker in einem präzisen Krankheitsbild 2 Mittel als indiziert aufweist, so sind diese beiden Mittel auch indiziert, freilich unter der Voraussetzung, dass ihre Potenzen dann der Ausdehnung der beiderseitigen Bereiche gut anzupassen sind.
Unvereinbar mit der Homöopathie
oder was ihre Wirkung hemmt:
Es ist gut und nützlich zu wissen, was die Wirkung homöopathischer Potenzen behindern oder gar verhindern kann.
Als erstes R ö n t g e n s t r a h l e n u n d R a d i u m . Nach ihrer Anwendung sind die homöopathischen Heilmittel mitunter weniger wirksam, selbst wenn sie noch so wohl indiziert sind.
Muss man also während dieser Zeit auf jede homöopathische Therapie verzichten? Ich meine: Nein! Doch halte ich es für notwendig, vor dem Beginn – je nach dem Fall – eine hohe Potenz von Röntgenstrahlen (12 H oder 30 H) oder Radium bromatum (12 H oder 30 H) zu verabreichen und dann erst das indizierte Mittel; dieses sodann am Anfang in tieferen Potenzen als denen, die man ohne vorangegangene Röntgen- oder Radiumbehandlung gewählt hätte (die Wirkung der hohen Dilution ist gehemmt, weniger die der tiefen, substanznäheren Potenzen, die mehr direkt wirken).
Das gleiche gilt für A n t i b i o t i c i s , wenn sie bei einer vorangegangenen Behandlung lange Zeit in starken Dosen verwendet wurden. (Dagegen können wir – wenn uns in einer hochakuten Infektion Antibiotica unerläßlich erscheinen – sehr wohl gleichzeitig die notwendigen homöopathischen Dilutionen verabreichen. Sie werden mit ihrer Wirkung den Heilungsprozeß beschleunigen.
Hierbei ist es noch einleuchtender als bei den Röntgenstrahlen: Der Stopp durch die Antibiotica bewirkt im Kranken eine Dämpfung seiner biologischen Reaktionen; dadurch wird meist sein Symptomenbild unscharf und seine (günstige) Reaktion auf homöopathische Gaben, besonders auf hohe Potenzen, erschwert. Dieser Sachverhalt läßt sich jedoch mit einer „Substanz“-näheren, mehr direkt wirkenden tiefen Potenz verhältnismäßig besser „anbohren“.
In anderen Fällen wird die Homöopathie behindert durch die Folgen einer vorherigen a l l o p a t h i s c h e n T h e r a p i e , die zulange oder zu nahe der Toxizität wirkte. In diesem Falle heißt das klassische Schlagwort: Man beginne mit dem Antidot, d. h. z. B. mit einer Gabe Nux vomica.
Diese Aussage ist aber nur dann richtig – unsere Verordnungen sollen sich ja immer auf die Ähnlichkeit gründen! – wenn der Abusus allopathischer Medikamente eine Überlastung oder Schädigung der Leber hervorrief, also Beschwerden, die vom Typ Nux vomica sind. Trifft das aber nicht zu, so müßte man das auslösende Medikament – falls es ein einziges ist – in einer homöopathischen Verdünnung verabreichen. Entzieht sich das Mittel unserer Kenntnis oder waren es viele, so müssen wir uns mit einer (den Beschwerden möglichst angepassten) Leberdrainage begnügen, d. h. mit ziemlich tiefen Potenzen der indizierten homöopathischen Mittel.
Damit kommen wir noch zu der vermeindlich störenden Wirkung g e w i s s e r a l l t ä g l i c h e r
S u b s t a n z e n wie Kaffee, Essig, Pfefferminz (Menthol), Kamille, Eisenkraut und Kampfer.
Wie viele Kollegen habe auch ich sie lange Zeit hindurch für „unverträglich“ gehalten und meinen Patienten während der homöopathischen Behandlung Kaffee, Kamille, Pfefferminz und Kampfer verboten. Nun las ich eines schönen Tages, dass ein Kollege seine Granula in Kaffee einnehmen ließe und das ohne Einbuße ihrer Wirksamkeit. Ich änderte also meine Verhaltensweise, beobachtete und fand, dass Kaffee nur dann kontraindiziert ist, d. h. die Arzneiwirkung hemmt, wenn die Beschwerden des Kranken durch Kaffee verschlimmert werden; das hätte man bei vernünftiger Überlegung vorhersagen können. Ebenso verhält es sich mit Essig und Wein. Es gilt also ein Verbot:
Für Kaffee (der den Zustand verschlimmert) bei den Kranken von Acidum fluoricum, Acidum sulfuricum, Asterias, Cannabis indica, Cantharis, Capsicum, Caulophyllum, Chamomilla, Ignatia, Nux vomica und Sulfur. Bei ihnen steigert weiterer Kaffeegenuß die Beschwerden, - und deshalb haben die Arzneimittel bei ihrer Beseitigung mehr Schwierigkeiten. Das gleiche gilt – selbstredend - für alle Coffea-Patienten und für alle Neuralgiker (bei denen Kaffee eine Hypersensibilität gegen Schmerz verursacht);Für Essig bei allen Aloe- und Antimonium-crudum-Patienten (aus dem gleichen Grund).Und ganz allgemein bei allen Kranken für alle verschlimmernden Gewürz- und Genußmittel . ( Angeblich soll die Wirkung von Arum triphyllum durch Zitronenlimonade, Zitronensaft und Buttermilch gestört werden (ich hatte keine Gelegenheit, es zu kontrollieren) und Brom mit Salz unverträglich sein; da aber die Brom-Beschwerden an und auf dem Meere deutlich gebessert werden, scheint mir im Gegenteil bei Brom-Patienten eine ziemlich salzige Diät vorteilhaft.)Was nun K a m i l l e , Kampfer, Menthol und in geringem Maße auch Eisenkraut anbetrifft, so hemmen sie häufig die volle Entfaltung jeder homöopathischen Verordnung.
Doch können Menthol und Kampfer, die in zeitlicher Nähe jeder Arzneieinnahme ausdrücklich untersagt sind, m. E. – im Hinblick auf ihre Flüchtigkeit und rasche Verdunstung – in einem genügenden Abstand von wenigstens 1 Stunde doch gestattet werden. Dieses ist wichtig für den Gebrauch mentholhaltiger Zahnpflegemittel; - aber auch bei Herzkranken, wo wir bisweilen zu einer energischen Behandlung mit homöopathischen Dosen und Kampferspritzen greifen müssen. Macht man diese Spritzen wenigstens 1 Stunde vor dem Einnehmen der homöopathischen Mittel, so wird unter diesen Umständen nach meiner Beobachtung die homöopathische Arznei-Wirkung nicht beeinträchtigt.
Abzuraten ist auch vom R a u c h e n z. Z. des Arzneinehmens, und zwar ¼ Stunde vorher bis ¼ Stunde nachher. V e r b o t e n i s t N i k o t i n bei allen Störungen, bei denen es schädlich wirkt (Arteristis, Herzklopfen, Impotenz usw.)
Es fällt auf, dass immer wieder mit diesen Punkten Angst gemacht und eingeschüchtert wird. Ich erlebe es dahingehend, dass das falsche Therapeuten- „Guru-Tum“ abgesichert wird und Menschen unmündig gehalten werden sollen. Aber gerade die Klassische Homöopathie will, kann und soll in Unabhängigkeit, Freiheit und Gesundheit führen. Ich habe ja bereits an anderer Stelle schon mal formuliert, dass Homöopathie eigentlich keine Regeln kennt, sondern nur Prinzipien, die individuelle Anwendung erfahren müssen. Hier möchte ich wiederum eine Regel aufstellen, die aber auf vielfältiger Erfahrung gründet. Sie lautet: Je mehr Leute Homöopathie usw. verallgemeinern, Regeln und Verbote aussprechen, desto weniger Ahnung haben sie und halten es nicht aus, dass es für das Leben und die Homöopathie keine Verallgemeinerungen, sondern Individualisierung gibt.
Beurteilung der Mittelwirkung und des Fallverlaufs
Damit Sie beurteilen können, ob Sie ein richtiges Mittel gewählt haben, müssen Sie sich erst einmal den Krankheitscharakter vor Augen führen. Haben die Beschwerden schnell und heftig eingesetzt, so ist auch unter der richtigen Mittelgabe eine schnelle Linderung zu erwarten. Wenn Sie aber z. B. eine Warze behandeln, die Sie schon seit längerer Zeit haben, dann werden Sie vielleicht auch erst nach einer längeren Einnahme einen Erfolg der Behandlung sehen. Erstverschlimmerung…….
Außerdem gibt es noch ein paar Regeln, wie die Heilung der Krankheit nach homöopathischen Grundsätzen erfolgt:
Hering’sche Regel1. von innen nach außen
(von den lebenswichtigen Organen zu weniger lebenswichtigen)in umgekehrter Reihenfolge ihres Auftretens (das heißt, Symptome die zuletzt kamen, müssen zuerst verschwinden)
3. von oben nach unten
Zur weiteren Beurteilung können Sie sich an den folgenden Erscheinungen orientieren, denn als erstes erfahren Sie:
Linderung von Schmerzdanach Besserung von Empfindung, Fieberals letztes erfolgt die Rückbildung der Beschwerde
Beispiel Erkältung:
Eine Erkältung beginnt oft mit Niesen oder einer laufenden Nase. Diese Beschwerden sind noch nicht weiter schlimm und beeinträchtigen den Körper kaum. Doch schließlich können Abgeschlagenheit, Fieber und vielleicht Kopfschmerzen, Halsschmerzen und andere Symptome hinzukommen.
Verordnen Sie hier das passende Mittel, dann wird auch zuerst der Schmerz nachlassen, aber das Fieber kann noch einige Zeit andauern, steigt aber nicht mehr weiter an. Bei weiterer Behandlung wird schließlich auch die Temperatur sinken und Ihr allgemeines Wohlbefinden zurückkehren… und ganz zum Schluss erst werden die Absonderungen aus der Nase verschwinden.
Arzneimittelwechsel und Einnahmedauer
Bei den im Buch ausgearbeiteten Krankheitszuständen ist es in der Regel so, das wenn man die Entsprechung von Potenz und Dosierung berücksichtigt, eigentlich noch am selben Tag eine Besserung der Beschwerde feststellbar sein sollte.- Natürlich im Verhältnis zu der pathologischen Kraft der Krankheit. Dies bedeutet z.B. das es in dem Fall des Kindes, das von der Wickelkommode fiel und dadurch in ihm eine heftige, schnell zunehmende Beschwerde entstand, es auf folgende Faktoren ankommt:Die Einnahme des richtigen Homöopathika.Der Heftigkeit der Entstehungssituation angemessenen häufigen Gabe.
Die Einnahme des richtigen Homöopathika muss hier in einer wohl eher häufigeren Verordnung geschehen und somit aber genauso entsprechend in der nächsten Stunde eine Wendung zur Beruhigung der Situation fast zwingend erfahrbar sein.
Anders hingegen verhält es sich bei einer langsam sich über Tage aufgebauten Nebenhöhlenentzündung, bei der auch wieder gemäß der Beschwerdeausformung wohl eher eine 3xtägliche Gabe eine auch über Tage sich hinziehende Besserung bewirken wird.
Ist dies aber nicht der Fall und die Beschwerde wird sogar schlimmer, dann ist das Mittel abzusetzen, der Fall neu aufzunehmen und das passendere Mittel zu verordnen.
Somit wird eine mögliche Arzneimittelprüfung als mögliche Komplikation oder Gefahr einer homöopathischen Therapie gänzlich ausgeschlossen. Falls eine Besserung eintritt, dann lassen Sie die Gabe auswirken, halten an der Verordnung fest, schauen wie lange sie anhält und verringern d ie Einnahmehäufigkeit je nach Verminderung der Beschwerde, z. B. von 4x4 Glob täglich auf 3x3 Glob, dann auf 2x2 bis zu 1x1 und dann gar nichts mehr. Doch Vorsicht, ein zu frühes Absetzen kann wie bei einem gelöschten Feuer, in dem aber die Glut noch warm ist, zu einem Wiederaufflackern der Beschwerden führen. Darum lieber einen Tag länger das Homöopathika verabreicht, als zu früh die Verabreichung beendet.
Aha – Naja – Effekt
Wenn Sie bei dem vergleichenden Lesen im Indikations-Kapitel sich bei zwei oder drei Beschwerdebeschreibungen eine Idee des möglichen richtigen Mittels holen, diese zwei oder drei Arzneimittelbilder im Materia Medica Teil ausführlich studieren und dann bei einem der ausgewählten Mittel über die Übereinstimmungen zu der geschilderten Beschwerde des Patienten positiv überrascht sind, dann haben Sie den Aha –Effekt erlebt. Mit höchster Wahrscheilichkeit werden Sie unter dieser
herausgearbeiteten Mittelgabe überrascht sein wie gut und schnell die Arznei wirkt. Sie haben das passendste Mittel für diesen Zustand gefunden
(Aha! Toll weiter so! )
Haben Sie aber z. B. aus Bequemlichkeit nicht alle Beschwerdeausformungsbeschreibungen der zu therapierenden aktuellen Krankheit gelesen und sich ohne weiteres Arzneimittelstudium im Materia –Medica Teil zu einer Mittelfestlegeung entschieden, dann haben sie den Naja –Effekt praktiziert.
„Naja, es passt zwar nicht hundertprozentig, aber ich gebe es mal.“ Höchstwahrscheinlich bilden sich die Beschwerden nicht deutlich und schnell genug für den bisherigen Krankheitsverlauf zurück. Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die passende Arznei gewählt (
Naja…probieren Sie es bitte noch mal richtig).
In diesem Fall sollten Sie sich erneut auf Mittelsuche begeben. Bitte denken Sie immer daran, dass sich die Zustände (und damit auch das passende nötige Mittel gerade bei akuten Ausformungen von Beschwerden ) sehr schnell ändern können. Sie sollten deshalb vor jeder neuen Verordnung einer Arznei auch die Beschwerden neu aufnehmen.
Die Mittelwahl richtet sich immer nach dem „Jetzt-Zustand“ und nicht nach dem, was gestern war.